Grundsätze
In unserer pädagogischen Arbeit orientieren wir uns an den Grundsätzen elementarer Bildung im Land Brandenburg. Diese bilden die Grundlage für eine ganzheitliche, kindgerechte Förderung in unserer Kita. Dabei greifen wir die individuellen Interessen und Lebenswelten der Kinder auf und gestalten Bildungsprozesse, die sowohl alltagsnah als auch entwicklungsfördernd sind. Die folgenden 10 Bildungsbereiche zeigen, wie wir Lernen und Entwicklung im Alltag gezielt anregen und begleiten.
1. Sprache und Kommunikation
„Die Sprache ist der Schlüssel zur Welt“ von Wilhelm von Humbold“
Dieser Satz sagt aus, welchen Einfluss unsere Sprache auf die Entwicklung und auf die Bildungslaufbahn hat.
Denn unsere Sprache nutzen wir um Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen, zu kommunizieren, Gedanken und Gefühle auszudrücken, zu denken und unsere Identität auszudrücken. Deshalb haben Kinder das Recht, all ihre Sprachen zu entwickeln und zu nutzen.
Dazu gehört neben dem Erlernen der deutschen Sprache auch eine Wertschätzung ihrer Familiensprachen.
2. Mathematik
Im gesamten Tagesablauf begegnet uns Mathematik. Es greift natürlich auch schon im Krippenbereich. So beginnt schon bei der Frühstückszeit durch Tisch decken und abzählen der Kinder, Mathematik. Wir verwenden des Weiteren im Tagesablauf, räumliche und zeitliche Begriffe z.B. „unter, über, gestern, heute sowie Benennung der Wochentage u.v.m.“
Im Gruppengeschehen werden Mengen gemessen, mit Zahlen hantiert sowie Gewichte geschätzt.
Weiterhin nutzen wir Zähllieder sowie Naturmaterialien um Symmetrien zu erkunden oder Dinge zu sortieren (rund, eckig, lang oder kurz)
3. Körper und Gesundheit
Die motorische Entwicklung der Kinder ist Grundvoraussetzung für die sozialen, sprachlichen und intellektuellen Entwicklungsschritte. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers ist eine wichtige Erfahrung für jedes Kind. Bewegungen und damit verbundene Gefühle und Wahrnehmungen sind erste Bezugspunkte, die das Kind mit seinem Körper hat. Kinder suchen sich selbst im Freispiel wo sie Erfahrungen mit verschiedenen Sinnen (Hör-, Tast-, Seh-, Gleichgewichtssinn) machen können.
Kinder brauchen eine inspirierende Umgebung, aber auch Materialien, die es zulassen ausprobiert zu werden. Dies machen wir den Kindern durch die unterschiedlichen Spiel- und Themenecken möglich.
Ebenso wichtig für die Entwicklung ist auch die Ernährung. Sie hat einen entscheidenden Einfluss auf die körperliche und geistige Entwicklung. Der Grundstein für gesundes Essverhalten wird bereits in jungen Jahren gesetzt.
Wir reichen täglich frisches Obst und Gemüse und gestalten das Frühstück abwechslungsreich. Die Kinder haben Mitspracherecht und dürfen Wünsche äußern, was sie essen möchten.
4. Sport und Bewegung
Durch Bewegung erkunden, erleben und gestalten Kinder die Welt um sie herum und erfahren sich selbst. Bewegung und Sport sind die Voraussetzungen für kognitive, emotionale, soziale und sprachliche Entwicklung. Motorik ist eng mit Kognition und Emotion verknüpft. Positive Bewegungserfahrungen unterstützen kindliches Selbstvertrauen, Vitalität und Lebensfreude, sie sind für die mentale und physische Gesundheit unerlässlich. Bewegung unterstützt die Entwicklung und Ausdifferenzierung des Nervensystems und ist grundlegend für die Kontrolle und Selbstregulation des eigenen Verhaltens. Regelmäßige körperliche Aktivität ist wichtig für die Gehirnentwicklung. Kinder dürfen daher nicht in ihrer Bewegungsfreude oder in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkt
5. Natur und Technik
Naturwissenschaft ist das Erforschen und Verstehen der Natur. Physik, Chemie, Biologie und Astronomie sind Naturwissenschaften. Zur Technik gehören einfache und komplexe Maschinen des Alltags zum Beispiel Autos, Bagger, die Waschmaschine.
Von Geburt an sind Kinder neugierig und interessieren sich für naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge. Kinder müssen ihre naturwissenschaftlichen Fähigkeiten voll entfalten können. Um ihre Fragen und Theorien weiterzuentwickeln, brauchen sie Anregungen und Wissen von Erwachsenen.
6. Ästhetik und Musik
Ästhetische Bildung ist der Beginn aller Bildung. Kinder lernen, die Welt zu verstehen, indem sie mit möglichst allen Sinnen wahrnehmen, explorieren, imaginieren und ihren Eindrücken in „hundert Sprachen“ Ausdruck verleihen: zeichnen, malen, modellieren, spielen, singen, tanzen, mit Stimmen und Klängen experimentieren, bauen und konstruieren. Jedes Kind hat das Recht auf Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben sowie auf geeignete und gleiche Möglichkeiten zur kulturellen und künstlerischen Betätigung (vgl. Art. 31 UN KRK).
7. Kinderrechte, Menschenrechte und Demokratie
Kinderrechte sind die auf Kinder bezogenen Menschenrechte. Wie den Erwachsenen stehen auch den Kindern die verfassungsrechtlich garantierten Grundrechte zu. Da Kinder besonders verletzlich sind, benötigen sie einen besonderen Schutz ihrer Rechte durch die Gesellschaft. In der UN-Kinderrechtskonvention, die auch in Deutschland gilt, sind die Kinderrechte verankert. Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet Deutschland zur Inklusion. Demokratie ist eine Staatsform und zugleich eine Lebensform, in der alle Beteiligten an politischen Entscheidungen teilhaben können. Kinder haben das Recht, auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft vorbereitet zu werden.
8. Philosophie, Ethik und Religion
Die Kinder lernen, gemeinsam nachzudenken, erfahren, dass Positionen generell begründungsbedürftig sind, fragen nach Gründen und lernen, selbst Begründungen zu geben. Sie erfahren, dass Sachverhalte miteinander in Zusammenhang stehen können und lernen, in Was-wäre-wenn-Szenarien zu denken. Vielen Kindern fällt es leicht zu erkennen, dass das Fragen nach Gründen kein Ende hat.
9. Nachhaltige Entwicklung
Kinder brauchen Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Nachhaltige Entwicklung zielt darauf ab, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Konsum-Muster zu ändern: besser, weniger und gerechter zu konsumieren, um Ressourcen dauerhaft zu erhalten.
10. Digitale Medien
Schon junge Kinder nehmen digitale Medien wahr, entdecken sie und integrieren sie in den Alltag. Digitale Medien dienen den Kindern als Werkzeuge zur Welterkundung, die die Ausdrucksmöglichkeiten, Kommunikations- und Lernformen der Kinder erweitern oder ihre Gedanken sichtbar machen können.
Beispiele dafür sind: Digitalkameras, Laptops, Mobiltelefone und Internet.